info@reha-rhf.ch

www.reha-rheinfelden.ch

info@scleroderma.ch

 

Aktuelle Broschüre als PDF
«Problem Sklerodermie
Eine Krankheit mit vielen Gesichtern»

 

Wie entsteht die Sklerodermie? (1.2.2011)

 

Noch immer ist nicht bekannt, wie die Krankheit Sklerodermie entsteht. Dennoch wurden nach und nach zahlreiche Puzzlesteine zusammen getragen, die unser heutiges Verständnis vom Wesen der systemischen Sklerodermie  deutlicher werden lassen. Klar scheint, dass der Sauerstoffmangel im Gewebe (Hypoxie) eine zentrale und frühe Rolle spielt mit negativen Auswirkungen auf das beteiligte Gefäßsystem und das Bindegewebe.

 

Hypoxie, so die aktuelle Ansicht, spielt eine fundamentale Rolle für das sogenannte Remodelling extrazellulärer Matrixproteine und für die Aufrechterhaltung der Schädigung im Fibroseprozess der Sklerodermie. Markersubstanzen hierfür sind Thrombospondin 1, Fibronetin, Lysylhydroxylase-2, TGF-ß - induziertes Protein und der Gewebewachstumsfaktor CTGF. Die Induktion der epithelial-mesenchymalen Transition ist Teil eines neuen Pathogenesekonzepts der Sklerodermie und direkt mit der Hypoxie gekoppelt.

Bereits ein kurzzeitiger Sauerstoffmangel scheint für die Schädigung der Endothelzellen von Bedeutung unter Vermittlung des antiangiogenen Interferon-alpha und der Expression von Cadherin durch Endothelzellen. Spekuliert wird ferner über die Bedeutung von Virusinfektionen. So sollen  zum Beispiel Cytomegalieviren (CMV)  für den programmierten Zelltod von Endothelzellen bei Sklerodermie mitverantwortlich sein.

Eine frühe Therapie der Gefäßstörung scheint für die Sklerodermie von entscheidender Bedeutung, um weitere Organschäden u.a. am  Verdauungstrakt und an der Lunge  zu verhindern. Hierfür stehen neue Substanzen wie Endothelinrezeptorantagonisten und Phosphodiesterease 5-Inhibitoren zur Verfügung.

Neu ist auch die Erkenntnis, dass die Zusammensetzung des Bindegewebes der Haut  und Lunge bei Sklerodermie dem des Knochens ähnelt. Für diese Transdifferenzierung der Fibroblasten von Haut und Lunge scheint wiederum Sauerstoffmangel von Bedeutung.  Gleiches gilt für die Bindegewebszellen der Niere und des Herzens. Ein weiterer Kofaktor für die Pathogenese der Sklerodermie kommen zirkulierende mesenchymale Stammzellen aus dem Knochenmark infrage, die im Bindegewebe akkumulieren.

 

Tabelle 1 fasst die verschiedenen Faktoren, die nach heutigem Kenntnisstand für die Pathogenese der Sklerodermie eine Rolle spielen, zusammen:

 

Tabelle 1 Wichtige Faktoren in der Pathogenese der Sklerodermie

 

Genetischer Hintergrund

Regulation der Immunantwort

Kontrolle der Zytokinaktivität

Regulation der Fibroblastendifferenzierung

Gefässschaden

Molekulares Mimikry/Autoantikörper gegen Endothelzellen

Infektion/Umweltgifte

Hypoxie/Radikalbildung/Entzündung

Induktion der Autoimmunantwort

Produktion von Autoantikörpern

Produktion von Antikörpern  gegen Zelloberflächenantigene

Dysregulation der zellulären Immunantwort

Exzessive Ablagerung von extrazellulären Matrix Proteinen (ECM)

Dysregulation der Fibrose-induzierenden Zytokinaktivität

Aktivierung von Fibroblasten/Myofibroblasten

Induktion von ECM-Proteinsynthese

Alteration des Turnovers von ECM

Anhaltende  Aktivierung von Fibroblasten durch autokrine Schleifen

 

Literatur:

Hunzelmann N, Krieg T (2010) Scleroderma: from pathophysiology to novel therapeutic approaches. Exp Dermatol 19: 393-400

 

 

 

 

Sklerodermie News vom 20.10.2018

Brustimplantate aus Silikon: Erhöhtes Risiko für Autoimmunkrankheiten / Rheuma-Krankheiten. Datenanalyse von mehr als 24500 Frauen in einem Zeitraum von bis zu 20 Jahre nach Implantation. 

ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30329056

 

 

 

 

MEMBER OF


The EULAR Scleroderma Trials and Research group (EUSTAR)


Deutsches Netzwerk
für Systemische
Sklerodermie

KONTAKT

Reha Rheinfelden
Salinenstrasse 98
CH-4310 Rheinfelden
Telefon +41 61 836 5235
Fax +41 61 836 5353

 

LEITENDER ARZT

Privatdozent
Dr. med. habil.
Michael Buslau, MSc
m.buslau@reha-rhf.ch

 

Sprechstunde in Rheinfelden: donnerstags und freitags nach telefonischer Anmeldung unter +41 (0)61 836 5235

Telefonsprechstunde - Erstberatung kostenlos
donnerstags zwischen 17 Uhr und 18 Uhr
Sie erreichen den Arzt direkt unter folgender Nummer +41 (0)61 836 5213

Online-Terminbuchung rund um die Uhr unter

https://www.terminland.de/dr.buslau/