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«Problem Sklerodermie
Eine Krankheit mit vielen Gesichtern»

 

Ist die Systemische Sklerodermie eine Autoimmunkrankheit?

Die bisherige Forschung geht von der Prämisse aus, dass es sich bei der systemischen Sklerodermie um eine Autoimmunkrankheit handelt. Dem steht entgegen, dass in wissenschaftlich kontrollierten Untersuchungen bisher alle immunsuppressiven Medikamente bei der systemischen Sklerodermie mehr oder minder enttäuscht haben. Ein neuer Befund lenkt jetzt die Aufmerksamkeit auf Störungen in der Zellmembran von Fibroblasten, Endothelzellen und Pneumozyten, also von Zellen, die für die Krankheit Sklerodermie eine grosse Bedeutung haben. Hierbei spielt das Protein Caveolin-1 eine entscheidende Rolle. Sklerodermie-typische Krankheitserscheinungen wie Hautsklerose, Lungenfibrose und pulmonale arterielle Hypertonie, konnten im Tierversuch ohne Vermittlung des Immunsystems allein durch Ausschaltung von Caveolin-1 ausgelöst werden.

Die gegenwärtige wissenschaftliche Lehrmeinung versteht die systemische Sklerodermie als entzündliche Autoimmunkrankheit mit strukturellen Umbauvorgängen im Bereich der kleinen Gefässe (Kapillaren, Arteriolen), die zu Durchblutungsstörungen führen sowie einer Überproduktion und Ablagerung von Bindegewebe in der Haut und zahlreichen inneren Organen zum Beispiel Nieren, Herz,  Lunge und Verdauungstrakt mit nachfolgendem potenziellen Organversagen.

 

Gestützt wird die Auffassung der Sklerodermie als Autoimmunkrankheit durch den frühen Nachweis von antinukleären Autoantkörpern (ANA) und ihren Subspezifitäten im Serum, ferner durch den Nachweis weiterer zahlreicher Immunaberrationen auf der Ebene des angeborenen und des erworbenen Immunsystems.

 

Dem Verständnis der Sklerodermie als Autoimmunkrankheit steht entgegen, dass alle bisher verfügbaren immunsuppressiven Medikamente in kontrollierten prospektiven randomisierten Studien mehr oder weniger versagt haben. Dies unterscheidet die systemische Sklerodermie von anderen Kollagenosen wie zum Beispiel dem Lupus erythematodes oder der Dermato-Polymyositis fundamental. Kortison, das bei vielen Autoimmunkrankheiten erfolgreich eingesetzt wird, vergrössert in höherer Dosierung bei Sklerodermie sogar das Risiko eines Nierenversagens. Zudem sind die bisher erzielten Erfolge in der Therapie der systemischen Sklerodermie ganz wesentlich durch gefässaktive Medikamente erzielt worden, die zur Verbesserungen der Durchblutungsstörungen in der Niere, in der Lunge und in der Haut geführt haben.

 

Es ist deshalb die Frage, ob Störungen im Immunsystem für die Pathogenese der systemischen Sklerodermie wesentlich sind oder ob nicht die beobachteten Immunabweichungen vielmehr  Folgeerscheinungen anderer bislang wenig beachteter zellulärer Störungen sind. Hierbei könnte das Protein Caveolin-1 eine wichtige Rolle spielen, ein membranständiges Protein im Bereich von sackförmigen Einbuchtungen der Plasmamembran verschiedener Zelltypen.

 

Caveolin-1 interagiert mit Signalmolekülen und hemmt so die Aktivierung von Rezeptoren für verschiedene Wachstumsfaktoren, die bei Sklerodermie von Bedeutung sind zum Beispiel die Aktivierung von EGF und von PDGF. Hemmwirkungen von Caveolin-1 wurden auch für TGF-beta und Endothelin nachgewiesen.

 

Wird Caveolin-1 ausgeschaltet, wie man dies im Tierversuch mit sog. Caveolin-1 knock-out Mäusen experimentell induzieren kann, so kommt es ohne Vermittlung des Immunsystems zur Überproduktion von kollagenem Bindegewebe. Die Mäuse entwickeln eine Hautsklerose, eine Lungenfibrose und eine pulmonale arterielle Hypertonie und damit zentrale Organstörungen, wie sie bei der systemischen Sklerodermie gefunden werden.  Erst jüngst konnte nachgewiesen werden, dass Caveolin-1 in der Haut und in der Lunge von Patienten mit systemischer Sklerodermie vermindert ist, was die vermutete Bedeutung von Caveolin-1 bei Sklerodermie unterstützt

 

Die genannten Beobachtungen könnten der Erforschung der Pathogenese der systemischen Sklerodermie und der Suche nach wirksamen Medikamenten gegen Sklerodermie eine ganz neue Richtung geben.

 

Literatur

Del Galdo F (2011) Cell Cycle 10(21) :3629

Del Galdo F, Sotgia F, de Almeida CJ et al. Arthritis Rheum (2008) 58:2854-65.
Wikipedia: Caveolin

 

Sklerodermie und Triathlon

Eine Patientin mit systemischer Sklerodermie schafft den Triathlon (1,9 km Schwimmen + 90 km Radfahren + 21 km Laufen) in knapp 6 Stunden und 40 Minuten.

 

Die Reha Rheinfelden gratuliert zu dieser herausragenden sportlichen Leistung!

 

(Sklerodermie News v. 7. September 2017) 

 

 

 

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