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«Problem Sklerodermie
Eine Krankheit mit vielen Gesichtern»

 

29.04.2008 Veränderungen der Mundschleimhaut und Zähne bei Sklerodermie

Zu wenig beachtete Manifestationen der systemischen Sklerodermie

Teil 1: Veränderungen der Mundschleimhaut und Zähne 

 Zwei Autoren der amerikanischen Johns Hopkins University berichten in einer Übersichtsarbeit über Manifestationen und Komplikationen der systemischen Sklerodermie, die im Praxisalltag auch von Ärzten oftmals zu wenig beachtet werden. Auszüge dieser Arbeit werden Teilen vorgestellt.  

Die Sklerose der Gesichtshaut bei systemischer Sklerodermie mit perioraler Faltenbildung, Verdünnung und Retraktion der Lippen sowie verkleinerter Mundöffnung kann die Patienten kosmetisch und funktionell sehr beeinträchtigen. Das Zerkleinern fester Speisen wird auch infolge rascher Ermüdung der Kaumuskulatur zum Problem. Die oft erweiterten Kapillaren der Mundschleimhaut können rupturieren und zu Blutungen der Mundschleimhaut führen. Die tägliche Mundhygiene ist durch die verkleinerte Mundöffnung stark eingeschränkt, eine notwendige Zahnbehandlung erschwert. Gelegentlich werden Patienten wegen dieser Einschränkungen von Zahnärzten zurück gewiesen.

70% der Patienten klagen über Mundtrockenheit. Infolge mangelnder Speichelbildung kommt es häufig zu Karies. Lockerungen der Zähne und Zahnbetterkrankungen treten gehäuft auf. Zähne können schon sehr früh durch den Verlust der bindegewebigen Verankerung der Zähne am Alveolarknochen ausfallen. 9 von 31 untersuchten Patienten zeigten Erosionen oder Verschmälerungen in der Kontur des Unterkieferknochens. In einer Studie an 21 Patienten wiesen 9,5% der Patienten eine Knochenresorption, in einer anderen Studie an 12 Patienten jeder dritte eine Resorption im Zahnwurzelbereich auf.

Durch Fibrosierung des Zungenbändchens kommt es zum Verlust der Zungenbeweglichkeit, durch Strikturen der Mundschleimhaut zur Rückbildung von Zahnfleisch.

Von 44 unselektierten Sklerodermiepatienten zeigten 10 in der Biopsie der Lippenschleimhaut eine starke lymphozytäre Entzündung wie bei Sjögren Syndrom, 17 eine milde bis moderate Fibrose und nur 14 einen Normalbefund. Anti-Ro (SSA)-Antikörper fanden sich bei 33,3% der Patienten mit Verdacht auf ein sekundäres Sjögren Syndrom, aber nur bei 11,8% der Patienten mit Fibrose der Lippenschleimhaut ohne lymphozytäre Entzündungsreaktion. In einer anderen Studie hatten 91 von 133 Sklerodermiepatienten (68%) eine Sicca-Symptomatik. 50 der 91 Patienten zeigten histologisch eine Fibrose der Lippenschleimhaut, 19 der 133 Patienten erfüllten die Kriterien eines Sjögren Syndroms. 18 der 19 dieser Patienten waren Antizentromer-Antikörper (ACA) positiv.

Die frühe Behandlung der Mundschleimhautbeteiligung bei systemsicher Sklerodermie durch erfahrene Zahnärzte ist von größter Bedeutung. Notwendig sind regelmässige präventive Untersuchungen und eine Fluorid-Prophylaxe alle 3 Monate. Empfohlen werden frühzeitige Behandlungen zur Zahnstabilisierung bei ersten Anzeichen einer Lockerung von Zähnen. Notwendig ist eine Anpassung der Ernährung (weichere Speisen, kleinere Portionen, ausreichend Flüssigkeit). Medikamente, die zur Austrocknung der Mundschleimhaut beitragen können, sollten gemieden werden. Wichtig ist ferner eine gute Kontrolle und Behandlung des gastrointestinalen Refluxus. Beachtet werden sollte, dass der chronische Gebrauch von Ca-Kanal Blockern zur Hypertrophie der Gingiva führen kann. Pilocarpin (z.B. SalagenÓ) und Cevimelin sind Stimulatoren der muskarinartigen cholinergen Rezeptoren. Sie können den Speichelfluss anregen und somit die Symptome der Xerostomie verbessern.

Shah AA, Wigley FM: Often forgotten manifestations of systemic sclerosis. Rheum Dis Clin North Am. 2008 Feb;34(1):221-38. 

 


Fatigue-Syndrom (Müdigkeit) bei Sklerodermie:

Sklerodermie News v. 8.1.2018

Die chronische Müdigkeit (sog. Fatigue-Syndrom) ist ein häufiges Symptom der Sklerodermie mit negativen Folgen für Lebensqualität, Elternaufgaben, Haushalt und Beruf der Betroffenen. Häufig damit einher gehend sind Depressionen, Schmerz und Schlafstörungen. Die medikamentöse Therapie des Fatigue-Syndroms ist meist wenig effektiv. Berichtet wird über Besserung durch regelmässigen Sport und fraglich auch durch alternative Medizin? Systematischer Review.


 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29303706

 

 

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