|
News (9.4.2009) Entwickeln Patientinnen mit Sklerodermie häufiger Brustkrebs?News (9.4.2009) Entwickeln Patientinnen mit Sklerodermie häufiger Brustkrebs?
Das Thema Brustkrebs bei Sklerodermie wurde
in den letzten Jahren wiederholt von verschiedenen Arbeitsgruppen aufgegriffen
und unterschiedlich bewertet. Während einige Autoren ein erhöhtes
Brustkrebsrisiko bei Patientinnen mit systemischer Sklerodermie fanden, konnten
andere diese Befunde nicht bestätigen. Ein Manko der genanten Arbeiten war
neben der relativ geringen Zahl an untersuchten Patienten oft eine Vorselektion
zum Beispiel Auswahl von Krankenghauspatienten und eine relativ kurze Beobachtungszeit. Nunmehr wurde eine grossangelegte Fall-Kontrollstudie vom National Cancer Institute in Bethesda/USA vorgelegt, die über 80.000 Patientinnen zum Thema Brustkrebsrisiko bei Kollagenosen einschliesslich systemischer Sklerodermie rekrutierte und zu einem überraschenden Ergebnis kam... Kollagenosen sind chronisch-entzündliche, das Immunsystem modulierende Systemkrankheiten, die mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebskrankheiten in Verbindung gebracht werden. Hierzu gehören besonders die rheumatoide Arthritis, der Lupus erythematodes, die systemische Sklerodermie, die Dermatomyositis und das Sjögren Syndrom. Diese Krankheiten verlaufen mit einer Aktivierung autoreaktiver T und B Lymphozyten und der Freisetzung proinflammatorischer Zytokine, die das Krebsrisiko beeinflussen können.
Für die hier vorgelegte Studie wurde das
SEER-Medicare Register herangezogen, das auf verschiedene bevölkerungsbasierte
Datensammlungen in den USA aufsetzt und ca. 25% aller Krebsfälle erfasst.
Herangezogen wurden die Daten stationärer Patienten ab 1986 und ambulanter
Patienten ab 1991. Ausgewertet wurden 84778 registrierte Patienten mit Brustkrebs
und eine ebenso grosse Kontrollgruppe.
4% der Teilnehmer (3033 Brustkrebspatienten
und 3396 Kontrollpatienten) erfüllten die Kriterien für eine der genannten
Kollagenosen. Hierbei wiesen Patienten mit rheumatoider Arthritis
überraschenderweise eine inverse Assoziation mit dem Auftren von Brustkrebs
auf. Dies war auch der Fall für Patienten mit SLE bei der Betrachtung
Östrogenrezeptor-negativer Brustkrebsfälle. Für die anderen Kollagenosen,
einschliesslich der systemischen Sklerodermie zeigten sich zwischen Studien-
und Kontrollgruppe keine statistisch signifikanten Unterschiede.
In der Diskussion gehen die Autoren der
Arbeit auf mögliche Schutzfaktoren von Kollagenosen vor Brustkrebs ein zum
Beispiel die supprimierende Wirkung von TNF-alpha und TGF-beta auf Brustkrebszellen in vitro oder
die protektive Wirkung einer Einnahme von von nichtsteroidalen Antirheumatika. Limitierungen der Arbeit sind die mangelnde Berücksichtigung möglicher Kofaktoren für Brustkrebs wie zum Übergewicht und Zahl der Schwangerschaften sowie fehlende detaillierte Daten zur Schwere und Dauer der Kollagenosen.
|
Sensationell: 6 Sklerodermie-Patientinnen und - Patienten laufen den Berlin Marathon 2011. Lesen Sie den Bericht und Hintergrund! KONTAKT Reha Rheinfelden
LEITENDER ARZT Privatdozent
Sprechstunde in Rheinfelden: donnerstags und freitags nach telefonischer Anmeldung unter +41 (0)61 836 5235 Telefonsprechstunde Unsere Web Site befindet sich noch im Aufbau und steht Ihnen demnächst vollumfänglich zur Verfügung. |