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Sklerodermie-Behandlung-Aktuell (29.08.09)There are no translations available Statine – Cholesterinsenker für die Behandlung der Systemischen Sklerodermie
Generalisierte Durchblutungsstörungen spielen bei der systemische Sklerodermie (SSc) eine heraus ragende Rolle. Das Raynaud-Phänomen (RP) und Geschwüre an den Fingern (DU – digital ulcers) sind die äusserlich sichtbaren und bekanntesten Symptome dieser Mangelversorgung der beteiligten Gewebe. Auf der Suche nach neuen Medikamenten zur Behandlung dieser Störungen haben Abou-Raya und Mitarbeiter von der Universität Alexandria/Ägypten, die Effekte einer Statin-Therapie zur Behandlung des RP und der Geschwüre untersucht. In einer Placebo kontrollierten Doppelblindstudie an 84 Patienten mit systemischer Sklerodermie wurde die Wirksamkeit von Atorvastatin dokumentiert. Die Untersuchung erstreckte sich über vier Monate. 56 von 84 SSc-Patienten erhielten täglich 40 mg Atorvastatin, 28 der 84 SSc-Patienten ein Placebo. 75 gesunde Studienteilnehmer dienten als weitere Kontrollgruppe. Monatlich wurden RP- und DU-spezifische Bewertungen vorgenommen. Hauptzielkriterien waren das Auftreten und die Anzahl neuer digitaler Ulcera. Ebenfalls ausgewertet wurden der Score des SHAQ-Di (Scleroderma Health Assessment Questionaire Disability Index), die Schmerzbelastung der Patienten und das Auftreten von Markern für Schäden am Gefäßendothel.
Das Ergebnis der Studie konnte die positiven Effekte einer Statin-Behandlung deutlich machen. Das Auftauchen neuer Geschwüre war nach der Atorvastatingabe-Therapie signifikant geringer ( 1,6 neue DU in der Statin-Gruppe, 2,5 in der Placebo-Gruppe). Auch alle anderen Kriterien bestätigten diese positiven Effekte. In ihrer abschließenden Bewertung bescheinigen Abou-Raya und Mitarbeiter den Statinen eine signifikante Verzögerung des Krankheitsverlaufes und empfahlen den Einsatz dieser Arzneimittelgruppe wegen ihres günstigen Nutzen-Riskos-Profils und der vergleichsweise geringen Tagestherapiekosten zur Behandlung der systemischen Sklerodermie.
Abou-Raya A, Abou-Raya S, Helmii M. J Rheumatol. 2008 Sep;35(9):1801-8. Epub 2008 Aug 15
Kommentar (MB)
Bereits in einer früheren Untersuchung machten die Autoren auf neue und überraschende Erkenntnisse zur Immunmodulation der Sklerodermie durch Statine aufmerksam (Ann N Y Acad Sci. ( 2007 Sep;1110:670-80). Die Immunmodulation durch Statine wirkt auf die Endothelzellfunktion und führt zur Verminderung der Entzündung, der Strukturschäden der Gefässe (sog. remodeling), der Bildung freier Radikale und der Gefahr von Thrombosierungen. Darüber hinaus fördern Statine die Durchblutung durch Steigerung des NO-Produktion und durch des Endothelin-1 am Rezeptor. Sklerodermiepatienten mit erhöhtem Cholesterinspiegel sollten aus meiner Sicht frühzeitig mit Statinen behandelt werden.
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