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«Problem Sklerodermie
Eine Krankheit mit vielen Gesichtern»

 

GvHD-Therapie aktuell: 10. Oktober 2010

Akute GvHD: UVA1-Bestrahlung der Haut spart Kortison  

Patienten mit akuten und chronischen Leukämien sowie mit malignem Myelom werden zunehmend mit Knochenmark- und Stammzelltransplantationen therapiert.  Ein grosses Probleme der Knochenmark- und Stammzelltransplantationen ist die Abwehrreaktion der Spenderzellen gegen den Transplantatempfänger, die sog. Graft versus Host Reaktion mit nachfolgender akuter und chronischer  Graft versus Host Krankheit (GvHD).Wie jetzt erstmals an einer grösseren Patientenzahl gezeigt werden konnte, spricht die akute GvHD der Haut auf UVA1-Bestrahlungen sehr gut an. Dadurch kann auf die Gabe von Kortison zur Behandlung der akuten GvHD häufig verzichtet werden.  

Die Graft versus Host Krankheit (GvHD) tritt in 30-60% der Fälle nach Blutzelltransplantation auf, wenn Spender und Empfänger HLA-identisch sind, in 50-80% der Fälle, wenn keine HLA-Übereinstimmung vorliegt. Die Haut ist neben Leber und Darm das am meisten bei GvHD betroffene Organ.  Bei akuter GvHD,die sich innerhalb der ersten 3 Monate nach Knochenmark-und Stammzelltransplantation entwickelt, kommt es an der Haut zu entzündlichen Erythemen und Knötchen. Bei chronischer GvHD, die nach 100 Tagen nach der Transplantation auftritt, verhärtet sich die Haut ähnlich wie bei einer diffusen Sklerodermie.

Bereits früher konnten Dermatologen wiederholt zeigen, dass eine UVA1-Bestrahlung der Haut (Wellenbereich 340-400 nm) günstig auf Hautsklerosierungen wirkt und die zuvor verhärtete Haut wieder weicher macht. Dies gilt sowohl für die Sklerodermie als auch für Sklerodermie ähnliche Krankheiten wie die chronische GvHD. Wesentlicher Mechanismus ist die Aktivierung von Enzymen in der Haut, der sogenannten Kollagenasen,  die den Kollagenabbau in der Haut beschleunigen.

Neu ist, dass UVA1-Bestrahlungen der Haut auch bei akuter GvHD erfolgreich eingesetzt werden können.  So berichten jetzt Dermatologen der Universitäten Köln und Leipzig  in der Zeitschrift  Bone Marrow Transplantation, dass UVA1 bei 70% ihrer Leukämie-und Myelom-Patienten (n=70) mit akuter GvHD zur völligen Abheilung der Hautveränderungen geführt haben, bei  einem weiteren Viertel der Patienten (24.3%) war ein teilweises Ansprechen zu verzeichnen. Bei mehr als 2/3 der Patienten mit akuter GvHD (67.1 %) konnte auf die Gabe von Kortison, der derzeitigen Standardtherapie der akuten GvHD, ganz verzichtet werden.

Die Bestrahlungen wurden 3 bis 5 Mal pro Woche durchgeführt. Im Mittel erhielt jeder Patient  21 Bestrahlungen. Die Einzeldosis lag bei 40 bis 60 J/cm2, die kummulative Gesamtdosis bei 1075 J/cm2 (50-2645 J/cm2).  Die besten Ansprechraten hatten Patienten mit einer akuten GvHD vom Schweregrad 1 (vollständige Abheilung der Haut  bei 75.8%), gefolgt von akuter GvHD vom Schweregrad 2 (vollständige Abheilung der Haut  bei 69,2%) und Schweregrad 3 (vollständige Abheilung der Haut  bei 54.6%). Die UVA1-Bestrahlungen der  Haut wurden von den GvHD-Patienten gut toleriert.

Bei 4 von 70 Patienten schritt die zugrunde liegende Tumorerkrankungen trotz Transplantation fort, so dass UVA1 gestoppt wurde.  3 der 70 mit UVA1 bestrahlten immunsupprimierten Patienten entwickelten innerhalb von 180 Tagen, 390 Tagen und 1590 Tagen ein Malignom der Haut (Malignes Melanom, Basaliom, spinozelluläres Karzinom). Von 57 (81%) Patienten, die 100 Tage nach der Knochenmark-und Stammzelltransplantation noch lebten, entwickelten 28 (49%) trotz durchgeführter UVA1-Behandlung eine chronische GvHD.

 

Bone Marrow Transplant. 2010 Oct 4. UVA (UVA-1) therapy for the treatment of acute GVHD of the skin.

Kommentar(MB)

UVA1-Bestrahlungen sind zuerst bei der Behandlung der Neurodermitis erfolgreich eingesetzt worden. Im Laufe der Jahre wurden weitere entzündliche Dermatosen mit UVA1 therapiert.  Hierbei nutzt man den Einfluss von UVA1-Strahlen auf das Immunsystem der menschlichen Haut. U.a. kommt es nach UVA1 zur Herrunterregulierung der IFN gamma Expression in der Haut und zur Reduktion der entzündlicher Infiltrate. Eine weitere Folge der immunsuppressiven Wirkung von UVA1 ist der vorzeitige kontrollierte Zelltod (Apoptose) von T-Lymphozyten der Haut.

Das erfolgreiche Ansprechen der akuten GvHD der Haut auf UVA1-Bestrahlungen mit der Folge einer Einsparung von Kortison ist auch deshalb beachtenswert,  da die systemische Glucocortikoidtherapie der Transplantatempfänger das Infektrisiko der Patienten erhöht und Infekte eine der Haupttodesursachen nach Knochenmark- und Stammzelltransplantationen sind. Bei den hier vorgelegten Daten handelt es sich um eine retrospektive Analyse, die durch prospektive kontrollierte Studien  erhärtet werden müssen.

 

 

 

 

Sklerodermie News vom 20.10.2018

Brustimplantate aus Silikon: Erhöhtes Risiko für Autoimmunkrankheiten / Rheuma-Krankheiten. Datenanalyse von mehr als 24500 Frauen in einem Zeitraum von bis zu 20 Jahre nach Implantation. 

ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30329056

 

 

 

 

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